Monthly Archives: Oktober 2014

Mitreden, Mitentscheiden und Mitgestalten – Einflussfaktoren für eine gelingende Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Raum

Strichmännchen hüpft über IPadsDie Beteiligung von Jugendlichen an Aktivitäten und Entscheidungsprozessen im kommunalen Raum bestärkt deren politisches Interesse und nutzt und fördert die Stärken jedes Einzelnen sowie die Fähigkeit, mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten und sich aufeinander einzulassen.

Eine Kommune lädt an einem Wochentag – einem ganz normalen Schultag – die Jugendlichen zu einem eintägigen Jugendforum ein. Das Forum startet frühmorgens, und die teilnehmenden Jugendlichen werden vom Unterricht befreit. Auf den Plakaten zum Forum steht: „In Zukunft mit UNS“. Es geht darum, die Perspektive der Jugendlichen in die Entwicklung einer Gemeinde, eines Dorfs, einer Stadt mit einzubeziehen: „Wie lebe ich in meiner Stadt? Was möchte ich schon immer mal der Politik sagen? Und wo sehe ich Handlungsbedarf?“ – diese Leitfragen beschäftigen die Jugendlichen am Vormittag in einem World-Café und in thematischen Vertiefungs-Workshops. „Was ist zu tun? Wie soll es aussehen? Und wen brauchen wir noch dazu?“ – mit diesen Fragen werden auf einem Flip-Chart einzelne Themen konkretisiert. Am Ende dieser Arbeitsphase gibt es eine Präsentation der Workshop-Ergebnisse vor dem/der (Ober)Bürgermeister/in, den GemeinderätInnen, interessierten Erwachsenen der Gemeinde und insbesondere vor den SchulvertreterInnen, die auch sehen wollen und sollen, was „ihre“ Jugendlichen erarbeitet haben.

Einladen, ermutigen und inspirieren

Jugendliche werden eingeladen und können mitreden, mitentwickeln und mitgestalten. Jugendliche werden ermutigt, ihre Sicht auf die Gemeinde/auf die Stadt zu formulieren und werden inspiriert, Ideen einzubringen. Wenn die Jugendlichen ihre Ergebnisse vorstellen, zeigen sie den Erwachsenen, was ihre Ideen und Anliegen sind, und tragen somit zur Gemeindeentwicklung bei. Dies ist nicht in allen Kommunen selbstverständlich. Aber es geschieht zunehmend in immer mehr baden-württembergischen Kommunen, dass sich Jugendliche nicht nur in Jugendgemeinderäten an der kommunalen Entwicklung beteiligen können, sondern auch innerhalb vielfältiger offener Beteiligungsformen.

„Wenn Kinder und Jugendliche wieder erleben können, dass sie nicht ständig wie Objekte belehrt, gemaßregelt, beschult und erzogen werden, sondern dass sie in ihrer Kommune von anderen Mitgliedern beachtet und wertgeschätzt werden, wenn ihnen zugetraut würde, Aufgaben zu übernehmen, die für die Kommune und das kommunale Leben wichtig sind, dann könnte sich jedes Kind und jeder Jugendliche als jemand erfahren, der mit seinen besonderen Talenten, mit seinen erworbenen Fähigkeiten und seinem bisher angeeigneten Wissen in dieser besonderen Weise zum Gelingen von etwas beitragen, was nur in einer gemeinsamen Anstrengung gelingen kann.“ (Gerald Hüther, Kommunale Intelligenz, Seite 41, 2013)

Die Jugendlichen entwickeln unterschiedliche Ideen und Lösungen zu bestimmten Themen und finden so heraus, wo und wie sie sich weiter engagieren wollen. Die Präsentation der Workshop-Ergebnisse zeigt den Erwachsenen, welche Vorstellungen die Jugendlichen von der Zukunft der Kommune haben. Die Erwachsenen honorieren mit Wertschätzung die Arbeit der Jugendlichen und greifen deren Anliegen auf. Nach dem Forum bilden sich dann meist generationsübergreifende Arbeitsgruppen, die aus Themen ganz konkrete Projekte entwickeln. Jugendliche und Erwachsene, meist die politisch Verantwortlichen und MitarbeiterInnen der Verwaltungen, arbeiten hier ganz konkret zusammen.

Wenn viele (junge) Menschen in einem Raum zusammen arbeiten, dann ist dies politische Bildung und Dialog mit den politischen Verantwortlichen. Dies bestärkt das politische Interesse der Jugendlichen, nutzt und fördert die Stärken jedes Einzelnen sowie die Fähigkeit, mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten und sich aufeinander einzulassen.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein Gebot unserer Zeit!

Es geht im Eigentlichen darum, dass sich junge Menschen mit ihrem Lebensraum identifizieren und sich zu kritischen, interessierten und engagierten (jungen) Bürgerinnen und Bürgern entwickeln können. Es geht um Gegenwart und Zukunft zugleich, denn die jungen BürgerInnen brauchen Lebens- und Dialogräume in der Kommune. Je positiver dabei diese Räume erfahren werden, umso größer ist die Identifikation mit dem Gemeinwesen. Dabei stehen Mitreden, Mitentscheiden und Mitgestalten im Mittelpunkt.

Kinder und Jugendliche sind als junge, sensible und wache Mitglieder der Gesellschaft von Anfang an Teil der Gemeinde und sollten möglichst früh auch bei öffentlichen Angelegenheiten mit einbezogen werden. Anknüpfungspunkte bestehen schon im Kindergarten, in der Grundschule sowie im außerschulischen Bereich. Bildung, Beteiligung und die Möglichkeit zum Engagement wirken sich positiv auf die Entwicklung aus und tragen mit dazu bei, dass aus den Kindern und Jugendlichen mündige und politisch interessierte Jugendliche und Erwachsene werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Gemeinde eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht und dies z.B. auch in ihren Satzungen verpflichtend verankert. Wenn Kinder und Jugendliche diesbezüglich positive Erfahrungen gemacht haben, so kann das positive Auswirkungen auf ihre Engagementbereitschaft im Erwachsenenalter haben.

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Das E-Tüpfelchen der Partizipation: Zwischen Beteiligungseuphorie und Ernüchterung. Missverständnisse über digitale Beteiligung

Zwei Jugendliche winken aus einem Tablett3305 Mitglieder, 494 Vorschläge, 2353 Kommentare, 14603 abgegebene Stimmen. So sah die Bilanz der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Internet und Digitale Gesellschaft“ aus, die zwischen Februar 2011 und Januar 2013 Ideen und Anregungen des so genannten 18. Sachverständigen auf einer Partizipations-Plattform per Adhocracy-Tool gesammelt hat – ein gutes oder schlechtes Ergebnis? Haben sich nur, immerhin oder sogar 3305 Bürgerinnen und Bürger beteiligt? In welcher Relation steht solch eine Beteiligungszahl? In der anfänglichen Euphorie über E-Partizipation stellte man sich vor, der reine Zugang zu Beteiligungsmöglichkeiten im Netz würde dazu führen, dass sich Millionen beteiligen – müsste eine vierstellige Zahl so gesehen nicht enttäuschen? Im Gegenteil! Die Zahl sollte motivieren, weiterzumachen, Erfahrungen zu sammeln und dazuzulernen. Dazu gehört, sich klar zu machen, was digitale Beteiligung ist und kann, was sie nicht ist und kann und welche Chancen sie bietet. Denn es herrschen in der Diskussion über E-Partizipation (noch) einige Missverständnisse.

Missverständnis Nr. 1: Digitale Beteiligung ist ein Selbstläufer

Jetzt haben wir das Internet, jetzt beteiligen sich alle – enttäuscht wird, wer zu hohe Erwartungen hat: Wer glaubte, dass durch die bloße Möglichkeit von digitalen Beteiligungsverfahren die Teilnehmerzahlen in die Höhe schnellen würden, musste zwangsläufig einen Dämpfer erfahren. Denn „das Internet“ macht nichts „von alleine“, es kann als zusätzlicher Kanal dienen. Digitale Beteiligungsverfahren sind daher nicht per se besser oder erfolgreicher als analoge. Bei aller Ernüchterung wird häufig übersehen, dass die Schwierigkeiten nicht an der Digitalität eines Beteiligungsverfahrens liegen, sondern dass es sich um allgemeine Herausforderungen von Partizipation handelt. Dazu gehört vor allem die Mobilisierung: Nur wenn ich überhaupt erfahre, dass es ein Beteiligungsverfahren gibt, kann ich daran teilnehmen. Nur wenn ich zudem das Thema für relevant und dringlich halte, ist es wahrscheinlich, dass ich daran teilnehme. Diese wichtigen Erfolgskriterien gelten analog genauso wie digital. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, spielt letztlich die Frage eine Rolle, über welchen Kanal ich mich beteilige. Dann bieten digitale Beteiligungsverfahren deutliche Vorteile: Unabhängig von Zeit und Raum können sich Menschen sozusagen vom Sofa aus beteiligen!

Missverständnis Nr. 2: Digitale Beteiligung ist exklusiv

Gut gebildet, gut verdienend, oft männlich und vor allem internetaffin − ein weit verbreitetes Argument gegen digitale Beteiligung ist die Asymmetrie: Nicht ein Querschnitt der Bevölkerung macht im Netz mit, sondern ein kleiner, privilegierter Ausschnitt. Doch ist das in der analogen Welt anders? Auch hier sind Menschen mehr oder weniger informiert, vernetzt, kompetent oder engagiert. Wie erreicht man, dass sich gleichmäßig Mitglieder aus allen Teilen der Bevölkerung beteiligen? Repräsentativität und Inklusivität sind generelle Herausforderungen der Partizipation: Wie kann ich verschiedene Gruppen mobilisieren? Was sind zielgruppengerechte Beteiligungsformate und Methoden? Die Mobilisierung fängt mit der Information und Kommunikation an: Wer erfährt beispielsweise über die Lokalzeitung von einer Abstimmung, wer eher über Social Media? Bei der Wahl geeigneter Formate und Methoden geht es unter anderem um die Ressourcen und Medienkompetenz der zu Beteiligenden: Wer hat zum Beispiel Zeit, vormittags ins Rathaus zu gehen, und wer traut sich zu, eine Online-Kommentarfunktion zu nutzen? Es geht nicht um die Frage: analog oder digital, sondern wichtig ist eine Multi-Kanal-Strategie: Über welche Kanäle informiere und beteilige ich Bürger, sodass ich möglichst viele erreiche und mobilisiere? Wenn wir den digitalen Kanal als Ergänzung begreifen, dann bedeutet das, digitale Beteiligung schließt nicht eine Gruppe aus, sondern eine weitere Gruppe ein, nämlich diejenigen, die digital unterwegs und erreichbar sind. Und der Trend zeigt: Das werden immer mehr! Trotzdem wäre es falsch, Beteiligungsverfahren nur noch digital durchzuführen. Denn noch sind nicht alle Deutschen online und die Onliner nutzen das Internet sehr heterogen, wie der D21-Digital-Index zeigt. Deswegen ist es wichtig, analoge und digitale Beteiligungskanäle anzubieten.

Missverständnis Nr. 3: Digitale Beteiligung bedeutet direkte Demokratie

Oft wird digitale Beteiligung mit direkter Demokratie in einen Topf geworfen. Dabei werden zwei Ebenen vermischt. Einerseits gibt es den Grad, in dem Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden sollen, also verschiedene Intensitätsstufen der Beteiligung. Auf der anderen Seite gibt es Kanäle, die verwendet werden. Stufen und Kanäle können beliebig kombiniert werden. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unterscheidet bei Beteiligungsverfahren die drei Stufen Information, Konsultation und Zusammenarbeit. Bei Verfahren der untersten Stufe stellt die öffentliche Hand Informationen bereit. Das kann sowohl analog geschehen, indem etwa ein Planentwurf zur Stadtentwicklung öffentlich ausgelegt wird, als auch digital auf Portalen wie GovData. Bei Konsultationen kommt der Aufruf hinzu, sich an Fragestellungen zu beteiligen und den Amts- oder Mandatstragenden auf diese Weise Input zu liefern. Wie man für eine solche Konsultation eine Multi-Kanal-Strategie fährt, hat die niedersächsische Stadt Lohne vorgemacht: Bürgerinnen und Bürger konnten Ideen für die Stadtentwicklung abgeben per Webseite, Facebook-Seite, Postkartenaktion, Anruf, Fax, Brief sowie an Sitzungen teilnehmen. Wenn die Beteiligten mit Mandatstragenden in einen Diskurs treten, in dem Argumente wechselseitig ausgetauscht werden, spricht man von interaktiver Zusammenarbeit. Ein Beispiel ist das integrierte Energie- und Klimaschutzprojekt des Landes Baden-Württemberg, bei dem auch Kanäle kombiniert wurden: Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, Maßnahmen online zu kommentieren und diskutieren sowie an Bürgertischen mitzuberaten. Während bei diesen drei Stufen die Entscheidungshoheit bei den Amts- und Mandatstragenden bleibt, entscheiden bei Wahlen und Abstimmungen – der vierten Stufe der Beteiligung – die Bürgerinnen und Bürger. Erst bei dieser Stufe handelt es sich um direkte Demokratie – unabhängig davon, ob die Beteiligten analog oder digital ihre Stimme abgeben.

Missverständnis Nr. 4: Beteiligung funktioniert nur ganz oder gar nicht

Wie die unterschiedlichen Stufen der Beteiligung zeigen, ist ein Schwarz-Weiß-Denken beim Thema Partizipation unangebracht. Auf der einen Seite geht es um die Entscheidung, bei welchen Fragen und in welchem Maß der Staat die Bürgerinnen und Bürger beteiligt und somit auch bewusst Entscheidungsmacht und -kontrolle abgibt. Denn je höher die Intensitätsstufe der Partizipation, desto mehr Einfluss erhält der Bürger. Zudem wächst mit jeder Stufe auch der Grad an Komplexität und Aufwand des Beteiligungsverfahrens. Zum unerlässlichen Aufwand gehört die transparente Gestaltung und Aufklärung: Wie läuft ein Verfahren genau ab und wie fließt die Beteiligung in Entscheidungen ein? Nichts ist schlimmer als Pseudo-Beteiligung, bei der unklar bleibt, ob und inwiefern Partizipationsbeiträge überhaupt berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite steht die Frage, in welchem Maße sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen wollen. Es gibt Themen, mit denen sich einige nicht befassen wollen, die sie nicht interessieren oder die ihnen zu komplex sind, und somit gibt es Entscheidungen, die sie lieber ihren gewählten Vertretern überlassen. Deutschland hat als repräsentative Demokratie (noch) keine ausgeprägte Beteiligungskultur, aber durch das Web 2.0 ist ein Mit-Mach-Trend entstanden, der für die Partizipation genutzt werden kann und sollte. Das hier viel Potential besteht, zeigen Beispiele wie change.org: Seitdem die Plattform im Sommer 2012 in Deutschland startete, haben sich 1,5 Millionen Menschen hierzulande registriert, um Petitionen zu starten oder zu unterstützen. Durch die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken verbreiten sich Petitionen oft in rasantem Tempo. So bietet der digitale Kanal die große Chance, innerhalb kurzer Zeit mehr Menschen zu erreichen und zu beteiligen als es analog jemals möglich wäre.

Neues Verständnis: Digitale Beteiligung ist ein Lernprozess

Im Jahr 2001 nutzten 20 Prozent der deutschen Bevölkerung Online-Banking, im Jahr 2013 waren es 45 Prozent. Der Weg dahin war ein Prozess: Die Nutzer haben nach und nach die Möglichkeit wahrgenommen, sie ausprobiert, sich daran gewöhnt und Vertrauen gewonnen. Heute können sich viele nicht mehr vorstellen, mit Überweisungsträger zur Bankfiliale zu gehen. Doch anderen steht dieser Kanal weiterhin zur Verfügung. Ähnliches gilt für die E-Partizipation. Sie erfordert einen Lernprozess und zwar auf beiden Seiten. Die öffentliche Hand muss Beteiligungsverfahren evaluieren und weiterentwickeln: Was hat schon gut geklappt, was können wir besser machen? Dabei ist es wichtig, die generellen Herausforderungen wie Information, Mobilisierung und Transparenz nicht aus den Augen zu verlieren. Auf der anderen Seite müssen auch die zu Beteiligenden in die Rolle des souveränen, digitalen Bürgers hineinwachsen und beispielsweise den Umgang mit digitalen Beteiligungstools lernen. Mit dem zunehmenden Digitalisierungsgrad in Deutschland steigt die Bedeutung von und der Anspruch an digitale Beteiligungsverfahren. Doch der Ausgangspunkt für Kritik und Hoffnung ist und bleibt derselbe: Wer über E-Partizipation nachdenkt, muss immer auch über Partizipation im Allgemeinen nachdenken – das E kommt dann als Tüpfelchen noch obendrauf.

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Das „jugendforum rlp“ – ein Bundesland forciert Jugendbeteiligung online

Jugendlicher mit Handy vor FahneUnter dem Motto „liken, teilen, was bewegen – jugendforum rlp“ haben die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und die Bertelsmann Stiftung im Mai 2012 das landesweit angelegte Beteiligungsprojekt „jugendforum rlp“ gestartet. Zu den Ideen und Vorschlägen, die die Jugendlichen online und offline entwickelt haben, hat die Landesregierung inzwischen ein ausführliches Feedback gegeben und das Beteiligungsprojekt weitergeführt.

Beteiligung

In der Online-Diskussion waren 6.000 verschiedene Besucher einmal oder mehrfach auf der Plattform www.jugendforum.rlp.de zu Gast. Die Seite wurde 133.000 mal aufgerufen. Es gab rund 1.500 Aktivitäten, darunter Posts mit Anliegen, Kommentaren oder Bewertungen und insgesamt 500 qualitative Textbeiträge. Eine Facebook-Fanpage www.facebook.com/jugendforum.rlp diente zur Ansprache und Aktivierung. Hier wurden insgesamt 18.000 Handlungen (liken, teilen, kommentieren) registriert. An der zweitägigen Jugendkonferenz nahmen 120 Jugendliche teil.

Jugendmanifest

Die gesammelten Ideen, Forderungen und Wünsche wurden in einem Jugendmanifest festgehalten und der Landesregierung übergeben. Diese sicherte eine Befassung im Ministerrat, eine genaue Prüfung sowie ein Feedback zu den Umsetzungsmöglichkeiten zu.

Das Jugendmanifest enthält Vorschläge zu Themen wie Ausbildung und Arbeit, Mitbestimmung in der Schule, Chancengleichheit und Bildung, Mobilität und Verkehr, neue Medien und Freizeit. Es enthält Vorschläge wie die Verschlüsselung persönlicher Angaben bei Bewerbungen, die Einführung einer Grundförderung für Studierende, die Schaffung eines landesweiten Netzwerkes für Partizipation sowie die Angleichung von Bildungsstandards. Angemahnt wurde ferner die Einführung eines Mindestlohns. Ein flexibler Nahverkehr, einheitliche Tarifsysteme sowie bezahlbare Anbindung ans Internet und mehr Sicherheit im Netz waren weitere Anliegen.

Feedback

Im Februar 2014 gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Jugendministerin Irene Alt öffentlich Feedback zur Umsetzung des Manifests. Zu umgesetzten Forderungen gehören das Pilotprojekt „anonymisiertes Bewerbungsverfahren“, die Abschaffung der Residenzpflicht für Asylbewerber, die Ausweitung des Bildungsurlaubs für Azubis, die Absenkung der Klassenmesszahlen oder auch das Eintreten für den Mindestlohn. Das Manifest enthält aber auch Forderungen, die kritisch gesehen und ablehnt werden, wie die Legalisierung des Cannabiskonsums oder die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Die Argumente hierfür wurden dargelegt und erläutert. Ferner gibt es Anliegen, die nicht in der Zuständigkeit der Landesregierung liegen. Diese wurden an die zuständigen Instanzen mit Bitte um Prüfung weitergeleitet.

Wie geht es weiter?

Die Landesregierung will den mit dem „jugendforum rlp“ begonnenen Dialog fortführen und verstetigen. Die Online-Plattform des Jugendforums wurde daher erhalten und steht für künftige Beteiligungsprojekte zur Verfügung. Ein erstes Projekt der Verstetigung war das „jugendforum europa rlp“, das im Frühjahr 2014 realisiert wurde.

Jugendliche wünschen sich mehr Unterstützung bei ihrem eigenen Engagement. Daher haben Staatskanzlei und Bertelsmann Stiftung den Wettbewerb „Sich einmischen – was bewegen“ ins Leben gerufen. Gruppen und Initiativen von Jugendlichen können dabei unkomplizierte finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre Ideen und Vorhaben vor Ort zu realisieren.

www.jugendforum.rlp.de

www.facebook.com/jugendforum.rlp

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Plattform statt Kanal – Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Beteiligungswerkstatt?

Ein Jugendlicher steigt auf einer Leiter in einen BildschirmAm 17. Oktober kommentierte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor in einer Mischung aus Stolz und Ärger: „Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben ARD und ZDF ausdrücklich beauftragt, ein zusätzliches Angebot für unter 30-Jährige zu entwickeln. Das ist eine gute Nachricht für unser junges Publikum.“ Nach langem Gezerre fiel die Entscheidung zugunsten eines reinen Online-Angebots, die von den Sendeanstalten favorisierte Variante als TV-Kanal mit cross-medialem Einschlag wurde verworfen. In diesem kurzen Statement des NDR-Intendanten drückt sich eine Fehleinschätzung aus – der von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten immer noch gerne benutzte Publikumsbegriff beschreibt das Mediennutzungsverhalten junger Menschen nicht mehr hinreichend. Darüber hinaus greifen die Pläne für einen „Jugendkanal“ nicht die veränderten Rahmenbedingungen nach der Umstellung zum Rundfunkbeitrag auf. Die Kombination dieser Überlegungen bietet Chancen für eine Neuinterpretation des öffentlich-rechtlichen Auftrags: Moderne Mediennutzung könnte auch stärker als Beteiligung verstanden werden.

Die veränderte Rolle der Beitragszahler hatte WDR-Intendant Tom Buhrow als „Stakeholder“ bezeichnet und damit auch auf die neue Verantwortungssituation für die Sendeanstalten hingewiesen. Eine Konsequenz aus diesen veränderten Rahmenbedingungen könnte die stärkere Einbeziehung der Zuschauer als „kritische Medienbürger“ in Kontroll-, Aufsichts- und Entwicklungsprozesse sein. Und das gilt in besonderer Weise für die so genannte „junge Zielgruppe“, denn gerade deren verändertes Nutzungsverhalten eröffnet Spielräume für kreative und mutige Rundfunkanbieter. In der Diskussion um die Entwicklung neuer Angebote zeigt sich aber das noch immer dominante Denken in den Leitkategorien der alten Massenmedien: Stets war die Rede von einem „Jugendkanal“, der zwar „cross-medial“ verbreitet werden sollte, aber sich eben doch deutlich an den Struktur- und Formatvorgaben von Fernsehen und Hörfunk orientiert. Berechtigterweise gab es zahlreiche Einwände gegen die inzwischen verworfenen Planungen (und bissige Kommentare, sogar aus dem eigenen Hause).

Auch wenn es nur eine kleine Verschiebung ist: Schon der Begriff der „Jugendplattform“ wäre in vielerlei Hinsicht stimmiger gewesen – denn Mediennutzung ist immer häufiger auch Medienproduktion, eine „Plattform“ wäre geeignet, auch nutzer-generierte Inhalte aufzunehmen, zu verarbeiten und zu verbreiten – und gemeinsam mit der Zielgruppe über neue Interpretationen des öffentlich-rechtlichen Auftrags nachzudenken. Bislang zielen anspruchsvollere Angebote für junge Menschen noch fast ausschließlich auf die alten Medienstrukturen – so erleben Schülerinnen und Schüler im Studio 2, der Medienwerkstatt des WDR, nur „Radio und Fernsehen zum Ausprobieren“. Warum nicht einmal „Internet zum Ausprobieren“? Ziel einer solchen Initiative könnte doch auch sein, gemeinsam Online-Angebote zu entwerfen, die informieren, bilden und unterhalten. Das müssten dann auch nicht nur die klassischen cross-medialen Stücke sein, die als Video oder Podcast auf den unterschiedlichen Sendern oder Wellen ausgestrahlt werden können. Warum nicht einmal über Programmierkurse oder -workshops nachdenken? Eine Reportage mit den Mitteln des digitalen Storytelling umsetzen? Und den Einstieg in das Projekt als Barcamp zur Ideensammlung und -erprobung organsieren? Bisweilen hat es den Anschein, als verhindere die Furcht vor zu viel digitaler Medienkompetenz bei der jungen Zielgruppe das Nachdenken über Neues bei den Sendern.

Ein  „Kanal“ ist als Vertriebsstruktur vor allem darauf ausgelegt, die durch wenige Produzenten entwickelten redaktionellen Inhalte einem auf Zuschauen, Zuhören, Durchlesen und Klicken beschränkten Publikum nach bestimmten Regeln zuzuführen – immerhin scheinen veränderte Lieferkonditionen in Reichweite, die sich stärker an Formen der nicht-linearen Mediennutzung orientieren (man beachte das Symbolbild zur ARD-Pressemitteilung). Der mediale Wandel zieht grundsätzliche Veränderungen in den traditionellen Sender-Empfänger-Strukturen nach sich. Dies erfordert ein Umdenken und die Entwicklung neuer Inhalte und Formate, die sich nicht mehr als leicht konsumierbare Sendungen an bestimmte Zielgruppen richten – sondern viel stärker auf Kooperation und Kollaboration setzen. Das nahezu vollständige Fehlen solcher Überlegungen ist der eigentliche Geburtsfehler des „Jugendkanals“.

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Bürger fallen nicht vom Himmel

Von der Notwendigkeit, politische Partizipation als Bildungsaufgabe zu verstehen

Einige junge Menschen steigen in ein IPadMängelmelder, Beteiligungshaushalte, Online-Bürgerdialoge: Politik und Verwaltung sind im Umbruch. An immer mehr Stellen werden Prozesse für Bürgerinnen und Bürger geöffnet. „Endlich!“ tendieren wir zu denken. Seit Jahren wartet er auf seine Chance, der Homo Politicus, und er wird die geöffneten Online-Tore einrennen.

Die Hoffnungen sind groß: Die politikferne Masse soll mobilisiert werden, Politikverdrossenheit reduziert. Es sollen diejenigen eingebunden werden, die mit traditionellen Beteiligungsformen wenig anfangen können – besonders Jugendliche. Und es stimmt: Online-Instrumente helfen bei der Visualisierung von Daten, erleichtern Diskussionen, ermöglichen gemeinsame Textarbeit. Mit ihrer Hilfe können nicht nur ausgewählte Einzelne Impulse in den politischen Diskurs einbringen, sondern eine wesentlich größere Anzahl von Interessierten. Und es hat sich gezeigt: Es sind gute Impulse, dringend notwendig, um den komplexen Problemen unserer Zeit Herr zu werden.

Es kommt kein Sturm

Der große Ansturm auf die Beteiligungsangebote aber bleibt aus. Und es ist nicht nur die insgesamt kleine Zahl der TeilnehmerInnen, die für Unmut sorgt. Diese wenigen nämlich sind auch noch diejenigen, die sich ohnehin einbringen. Und sie sind eine ganz bestimmte gesellschaftliche Gruppe: Gut gebildet. Oberschicht. Internet-Instrumente können die Gräben nicht überwinden, die seit jeher politisch Engagierte und Nicht-Engagierte trennen. Wer zwar im Internet zu Hause ist, aber politisch völlig uninteressiert, der wird nicht in ein Brainstorming mit der Kanzlerin einsteigen, nur weil dies online stattfindet.

Nicht nur, dass das absolut nicht unserern demokratischen Idealen entspricht, es heißt auch, dass wir in unserer Problemlösung nur einen Teil der Ideen auffangen, die wir brauchen. Denn je weiter wir uns in Richtung Wissensgesellschaft entwickeln, desto mehr sind wir auf die Beiträge der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen angewiesen, die alle einen kleinen Teil des Wissens kennen, das zur Problemlösung notwendig ist. (Eine Diskussion über die Rolle von E-Partizipation u.a. in der Wissenssammlung führe ich hier ab Seite 45.)

Politisches Desinteresse ist systembedingt

Deswegen können wir uns auch nicht mit dem beliebten Verweis aus der Affäre ziehen, dass es das gute Recht jeder/s Einzelnen sei, sich nicht zu beteiligen. Natürlich darf jede(r) für sich entscheiden, sich nicht zu beteiligen. Aber erstens ist es in unserem Interesse, dass sich so viele verschiedene Menschen wie möglich beteiligen, um unsere Probleme bestmöglich zu lösen. Zweitens beteiligt sich ein Großteil der Bevölkerung nicht nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie durch unser System derart vom politischen Geschehen abgekapselt werden, dass sie überhaupt nicht auf die Idee kommen, sich zu beteiligen. Sie entscheiden sich nicht bewusst dagegen, die Nicht-Beteiligung wird ihnen durch unser System anerzogen. Sonja Moser zum Beispiel stellt heraus, dass sich zwar 68 % der Studierenden für Politik interessieren, aber nur 14 % der HauptschülerInnen. Außerdem hänge politische Interesse stark von den Eltern ab.

An dieser Stelle müssen wir ansetzen. Wir müssen allen ermöglichen, die Entscheidung treffen zu können, sich (nicht) zu beteiligen. Und wir müssen daran arbeiten, dass sie sich am Ende für ein Einmischen entscheiden. Das heißt, politische Mitwirkung muss zum Normalzustand werden.

Ausbildungsziel: BürgerIn

Daraus wiederum folgt: Wir müssen unseren Nachwuchs zu BürgerInnen ausbilden. Und nein, damit meine ich nicht den Politikunterricht, in dem es darum geht, auswendig zu lernen, wie viele Abgeordnete wir in den Bundestag wählen. Wie stiefmütterlich wir die Ausbildung unserer BürgerInnen behandeln, zeigt sich auch in den Erfahrungsberichten der SchülerInnen, die den Weg an die Zeppelin Universität zur Schülerakademie finden. Einige von ihnen haben Politik nur jedes zweite Halbjahr. Andere Schulen verwursteln Politik als unspezifisches Kombi-Fach. Aber egal wie das Fach heißt und wie oft es auf dem Stundeplan steht: Dass und wie sie sich in die politische Diskussion einbringen können, lernen die wenigsten SchülerInnen.

Warum nicht gemeinsam nach Beteiligungsmöglichkeiten Ausschau halten? Ob es dabei um Offline-Bürgersprechstunde im Gemeinderat geht oder die Erstnutzung eines Mängelmelders, ist dabei erst einmal nebensächlich. Und dass es überhaupt möglich ist, sich zu beteiligen, muss von Anfang an vermittelt werden. Wir müssen auch deutlich machen, dass es nicht nur die Ideen und Anmerkungen einiger weniger Experten sind, die wichtig sind für den politischen Prozess, sondern die Anregungen der BürgerInnen. Die Shell Jugend-Studie (2006) z.B. zeigt, dass sich ca. ein Drittel aller Jugendlichen für wenig politisch kompetent halten. Wenn es uns nicht gelingt, diese Grundeinstellungen zu ändern, wird E-Partizipation weiterhin die Spielwiese der Oberschicht bleiben. Ihre Einflussmöglichkeiten werden sich vervielfältigen. Natürlich werden dadurch tolle neue Ideen in die politische Problemlösung einfließen, aber diese werden immer nur einen kleinen Teil des benötigten Wissens abdecken. Politische Partizipation − nicht nur in Theorie, sondern besonders in der Praxis − muss ein elementarer Bestandteil der Bildung sein und zwar für alle Schülerinnen und Schüler.

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Das Prinzip Öffnung: Lasst sie mitmachen!

Mädchen tanzt vor Like HandSind die Bürgerinnen und Bürger immer „verdrossener“ von der Politik? Zu dieser Diagnose könnte man kommen, schaut man sich die Beteiligung bei Wahlen an. Die geht zum Teil deutlich in den Keller. Umfragen zeigen aber ein anderes Bild: Laut der Studie „Partizipation im Wandel“ der Bertelsmann Stiftung möchten 69 Prozent der Bürger mehr und direkter über politische Sachverhalte mit entscheiden. Beteiligung nützt dem Gemeinwohl: Die Mehrheit der Bürger und Politiker findet, dass dadurch unterschiedliche Interessen, Wertvorstellungen und neue Ideen in Entscheidungsprozesse einfließen.

Befragt wurden allerdings nur Bürger über 18 Jahren. Das liegt wohl daran, dass es in der Studie auch darum ging, repräsentative mit direkter Demokratie und Bürgerbeteiligung abzugleichen. Doch ab welchem Alter sollten Politik und Verwaltung Bürger einbeziehen? Mit der Wahlmündigkeit? Gute Ideen sind nicht nur von denen zu erwarten, die mit der Lizenz zum Wählen ausgestattet sind. Wer Diskussionen um die Gestaltung einer Brachfläche, oder wie Bürger in zehn Jahren in ihrer Stadt leben möchten, nur auf Erwachsene konzentriert, schließt junge Menschen aus, die ebenfalls mit den Folgen dieser Entscheidung zu leben haben.

Ohne Informationen und ohne offene Daten keine Beteiligung

Beteiligung fängt dabei nicht erst dann an, wenn es etwas mitzudiskutieren oder zu entscheiden gibt. Beteiligung beginnt damit, dass Bürgerinnen und Bürger – jung, mittel oder alt – die Möglichkeit haben, sich informieren zu können. Und das nicht nur aus Quellen, die von Politik oder Verwaltung gezielt zu einem bestimmten Thema freigegeben werden. Informationen sind Grundlage von Meinungsbildung und Wissen. An dieser Stelle kommt Open Data ins Spiel. Offene Daten sind frei verfügbare Datensätze aus Politik und Verwaltung – zu Bevölkerung, Wohnen, Kinder- und Jugendangeboten, Umwelt oder Verkehr. Sie sind eine zusätzliche Recherchequelle. Mit offenen Daten können Sachverhalte nachvollziehbar gemacht werden. Diese so gewonnenen und vermittelten Informationen können im Prozess der Meinungsbildung Informationen aus Politik und Verwaltung kontrastieren. Datenjournalisten können mithilfe von Daten zum Beispiel Geschichten zu Stadtentwicklungsprojekten optisch eingängig ergänzen. Eine Karte, die den Zustand eines Viertels, die Pläne der Stadtgestalter und Ideen von Bürgern – Initiativen oder Schulprojekte – sammelt und visualisiert, sagt oft mehr als ein Artikel oder eine Info-Broschüre.

Das „E“ kann Beteiligungsschwellen senken helfen

Mit dem Internet ergeben sich zudem neue Möglichkeiten, wie gerade junge Menschen eingebunden werden können. Bürgerbeteiligung sollte zwar immer on- wie offline gedacht werden: Nicht jeder ist im Netz oder Interessierte ziehen den direkten Dialog mit einem Gegenüber einem Diskurs auf Beteiligungsplattformen vor. Doch das „E“ bei E-Partizipation kann Schwellen senken, sich einzumischen. In der Beteiligungsstudie von Bertelsmann wird die elektronische Beteiligung zwar noch als „Stiefkind“ bezeichnet − sie kam nicht gut an. Eine Studie der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg ergab jedoch, dass das Internet längst nicht mehr nur ein Spaßmedium ist, sondern von jungen Menschen auch zur Beteiligung genutzt wird. Wichtig dabei ist es, nicht nur bestimmte Gruppen zu erreichen. Partizipationsforschung ergibt immer wieder, dass sich Männer häufiger als Frauen beteiligen, Menschen mit formal höherer Bildung häufiger als jene mit niedriger.

Für (Online-)Partizipation im Besonderen stellt sich demnach die Herausforderung, nicht nur digital Versierte oder Bildungseliten anzusprechen. Das ist aber eine Anforderung, die sich auch der offline gestalteten Politik stellt. Das Prinzip Open Data hilft, Herrschaftswissen zu durchbrechen und den Zugang zu Informationen für Jung und Alt zu demokratisieren.

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Mehr Jugendbeteiligung durch Adhocracy ermöglichen – Ypart.eu als experimentelle Werkstatt für junge ePartizipation

Flaschenpost zwischen 2 TablettsDas Thema hat längst Einzug gehalten in Fachtage, Konferenzen, Projekte, Programme und Initiativen und doch ist ePartizipation in unserer Gesellschaft vielfach noch unerprobt. Eine größer werdende Zahl von Programmen, Initiativen und Organisationen will das ändern. Ihr Engagement und Pioniergeist schaffen Schritt für Schritt eine Infrastruktur von Wissen, Projekten, Tools und Plattformen.

Der Frage, wie ePartizipationsverfahren im kommunalen Raum dauerhaft und erfolgreich verankert werden können, widmeten sich im Rahmen der Modellinitiativen „youthpart“ und „youthpart #lokal“ kommunale Entscheidungsträger, Jugendliche, Mitglieder der Verwaltung und Jugendarbeiter. Dabei tat sich viel neues Wissen auf – und die Beteiligungsplattform Ypart.eu, die im Rahmen der Projekte entwickelt und erprobt wurde.

Digitale Beteiligung möglich machen: Adhocracy und Ypart.eu

Ypart.eu[1] wurde als Modellplattform für webbasierte Jugendbeteiligung von IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland − im Rahmen des Projektes youthpart initiiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Entwicklung der Plattform als dauerhaftes, gemeinnütziges Projekt wurde vom Berliner Liquid Democracy e.V. übernommen. Der gemeinnützige und überparteiliche Verein entwickelt die Beteiligungssoftware Adhocracy[2], auf deren Basis auch Ypart.eu realisiert wird. Die Software wurde speziell für die Beteiligung von Jugendlichen weiterentwickelt und Ypart.eu als Modellplattform für die Umsetzung der kommunalen Beteiligungsprojekte bereitgestellt.

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Was können Jugendliche auf Ypart machen?

Auf Ypart.eu können Jugendliche gemeinsam Ideen zu Themen entwickeln, Projekte starten, diskutieren und Vorschläge machen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche sowie an Gemeinden, Jugendorganisationen und Bildungseinrichtungen, die Jugendliche stärker in ihre Entscheidungsfindung einbeziehen möchten. Sie erhalten auf der Plattform ihre eigene Gruppe, die sie dauerhaft selbst verwalten können.

In der Gruppe können Online-Beteiligungsverfahren zu unterschiedlichen Fragestellungen und Themen (z.B. Konsultationen, Spielleitplanung, Offene Themensammlung, Stadt- und Raumplanung, etc.) umgesetzt werden. Eine Kartenfunktion ermöglicht Stadt- und Raumplanungsprojekte und die gemeinsame Diskussion von Bauplänen. Durch die Terminfunktion können Projekte zeitlich strukturiert und mit Offline-Veranstaltungen verknüpft werden.

Erfahrungen aus der Praxis: Was muss man bei (kommunaler) Onlinebeteiligung beachten?

Die youthpart- und youthpart #lokal-Kommunen luden Jugendliche ein, sich in unterschiedlichsten Themenfeldern zu beteiligen. In Offenbach an der Queich (youthpart #lokal)[3] beispielsweise konnten Jugendliche Ideen und Themen für ihre Stadt sammeln, in Saalfeld/Saale (youthpart #lokal)[4] und Emsdetten (youthpart)[5] kreative Nutzungsvorschläge für leerstehende Häuser und Baulücken machen und in Oschatz ein Jobportal mitgestalten (youthpart #lokal)[6].

Bild_Vgo.ypart.eu   Bild_Luecke.Ypart.eu

Bei der Planung und Umsetzung der Projekte waren die Erwartungen an die positiven Effekte einer Internetplattform hoch. Doch zeigen die Erfahrungen aus den Modellkommunen, dass die Nutzungsmöglichkeit einer digitalen Infrastruktur für Jugendbeteiligung eine umfassende Projektplanung und Aktivierung nicht ersetzt. Eine Hürde lag darin, die Jugendlichen zu motivieren, im Verlauf des Beteiligungsprozesses immer wieder auf die Plattform zurückzukehren und dort aktiv zu sein. Eine regelmäßige Nutzung der Plattform erfordert eine stetige Mobilisierung und eine enge Verbindung von Offline- und Online-Angeboten, wie etwa durch die Verknüpfung von Offline-Workshops mit der Onlinediskussion auf Ypart.eu.

Nichtsdestotrotz bieten Beteiligungsplattformen die Möglichkeit, Jugendliche über einen zusätzlichen Kommunikationskanal zu erreichen und einzubinden. Auch besteht die berechtigte Hoffnung, mehr Jugendliche über digitale Angebote zu erreichen. Will man kommunale Onlinebeteiligung umsetzen, ist zu beachten, dass ausreichend zeitliche und personelle Ressourcen für das Projekt bereitstehen, dass es sich um ein Beteiligungsthema handelt, der der Lebenswelt der Jugendlichen nahe steht, und dass ein Plan zur Mobilisierung der Jugendlichen vorhanden ist.

Und was bringt die Zukunft?

Die praktische Anwendung von Ypart.eu im Rahmen der kommunalen Modellinitiativen brachte nicht nur viel neu gewonnenes Wissen, sondern auch gute Ideen für neue Funktionen und für eine jugendgerechte Gestaltung der Plattform mit sich. Die Vorschläge wurden aufgegriffen, zu konkreten Weiterentwicklungen gebündelt und während der Programmlaufzeit auf Ypart.eu umgesetzt. Das Ergebnis war ein farbenfroheres Design und neue Funktionen, wie z.B. der Login mit einem Facebook-Account, verbesserte Benachrichtigungen über Neuigkeiten und die Möglichkeit, Ereignisse auf Ypart.eu in anderen Webseiten embedden zu können.

Für die zukünftige Weiterentwicklung von Ypart.eu stehen verschiedene Ideen auf dem Plan. Zukünftig sollen Funktionen (Vorschläge machen, Kommentare schreiben, Vorschläge bewerten) in Webseiten embeddbar sein, so dass Jugendliche sich direkt auf einer ihnen bekannten Webseite beteiligen können. Zudem ist geplant, verschiedene Ypart-Gruppen miteinander verknüpfbar zu machen, so dass ein Netzwerk von Gruppen zu einem Thema entsteht und infolgedessen Synergie- und Multiplikationseffekte wirksam werden.

Die in Beteiligungsprojekten gemachten Erfahrungen tragen dazu bei, die Plattform zu optimieren und weiter zu entwickeln, damit auch in Zukunft interessierte Kommunen die Möglichkeit haben, niedrigschwellige ePartizipationsverfahren auszuprobieren.

[1] Im Internet unter: https://ypart.eu.

[2] Mehr Informationen im Internet unter: https://liqd.net/adhocracy/was-ist-adhocracy

[3] Im Internet unter: https://vgo.ypart.eu.

[4] Im Internet unter: https://luecke.ypart.eu.

[5] Im Internet unter: https://emsdetten.ypart.eu.

[6] Im Internet unter: https://oschatz.ypart.eu.

 

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Jugendbeteiligung mit dem ePartool

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Das ePartool ist aus dem demokratischen Verständnis der Jugendverbände entstanden. Grundlegend sind Selbstbestimmung und Selbstorganisation, zu der auch Delegation von Verantwortung zählt. Das ePartool bietet deswegen sowohl den demokratischen Ansatz von „Ein Mensch, eine Stimme“ als auch das Delegationsprinzip − Grundlage aller parlamentarischen Systeme. Das Tool lässt sich in unterschiedlichen Partizipationsprozessen nutzen. Es wurde im Rahmen des Projektes Ichmache>Politik und des Projektes Strukturierter Dialog als Konsultationstool entwickelt.

Wirkung sichtbar machen
Das ePartool hilft, Ergebnisse dezentraler Meinungsbildungsprozesse zentral zu sammeln, zu priorisieren sowie Reaktionen und Wirkungen sichtbar zu machen. Ein Ziel des ePartools ist es, eine Brücke zwischen On- und Offlineprozessen zu schlagen. Außerdem ist neben der Teilnahme von einzelnen Personen auch die Teilnahme von Gruppen verschiedener Größenordnungen möglich. Dadurch werden Positionen zivilgesellschaftlicher Strukturen (z. B. Mitgliederversammlungen, Gremienentscheidungen, etc.) abgebildet. Zudem können die Gruppen Zeitpunkt, Umfang und Setting der Auseinandersetzung selbst bestimmen und somit auf die verschiedenen Bedarfe abstimmen.

Daumen hoch, Daumen runterTransparent dokumentieren
Das Herausstellungsmerkmal des ePartools ist die Möglichkeit, Reaktionen und Wirkungen der Jugendbeteiligung kontinuierlich und transparent zu dokumentieren. Dadurch und durch die selbstverständlich verankerten Feedbacks von Entscheidungsträger_innen (aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Organisationen) erfahren Jugendliche direkt etwas über die Wirkung ihrer Mitwirkung. Die Darstellung der Wirkung der Beteiligung durch die konkreten Rückmeldungen zu den Ergebnissen der Beteiligungsrunden ist ein zentraler Aspekt. Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, anhand ihres eigenen Beitrags nachzuverfolgen, welche Wirkung ihre Beteiligung an einer Entscheidung hat. Dieses Follow-up ist sowohl inhaltlich als auch technisch innovativ im Bereich der onlinegestützten Partizipation und ist im Hinblick auf die Weiterentwicklung des ePartools von besonderem Gewicht.
Das Tool wird aktuell unter anderem im Projekt Ichmache>Politik (tool.ichmache-politik) und im Strukturierten Dialog (https://www.strukturierter-dialog.de/mitmachen/) angewandt. Jugendringe und Jugendorganisationen – auch außerhalb des DBJR – nutzen das ePartool. Es wird unter einer OpenSource-Lizenz bereitgestellt.

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Online geht nicht ohne offline: Kommunale Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft – Erfahrungen aus dem Modellprogramm youthpart #lokal

Wie kann das Internet die Beteiligung von Jugendlichen in der Kommune stärken?

Vernetzte MenschenIm Rahmen des Modellprogramms „youthpart #lokal – kommunale Jugendbeteiligung“ haben sich fünf Kommunen und ein Landkreis im ländlichen Raum aufgemacht, Antworten auf diese Frage zu finden. Ziel des Programms war es, die Mitbestimmung Jugendlicher zu fördern und damit den Weg für eine eigenständige Jugendpolitik auf kommunaler Ebene zu ebnen.

Die Erwartungen der kommunalen Akteure waren anfangs hoch: Über das Internet sollten mehr und andere Jugendliche angesprochen werden, als es bislang über klassische Formen wie z.B. Jugendparlamente gelingt. Und noch ein weiterer Punkt spricht im ländlichen Raum für Online-Beteiligungsplattformen: Sie lassen sich zeit- und ortsunabhängig bedienen. Kein unwichtiger Faktor, wenn der öffentliche Nahverkehr nicht immer zulässt, dass sich Jugendliche unterschiedlicher Dörfer nach der Schule nochmal treffen.

Ein Beispiel: Partizipative Stadtplanung mit Jugendlichen im Netz

Wie ein ePartizipationsverfahren mit Jugendlichen konkret aussehen kann, zeigt ein Blick in die Thüringer Kommune Saalfeld, die schon seit Jahren Erfahrungen mit Beteiligung sammelt. Seit Anfang 2014 haben Jugendliche hier die Möglichkeit, auf der kommunalen Instanz der Beteiligungsplattfom www.ypart.eu ihre Ideen zur Nutzung brachliegender Flächen und leerstehender Immobilien online einzubringen. Über die online gesammelten Vorschläge der Jugendlichen diskutieren und entscheiden Verwaltung und politische Gremien der Kommune.
Schon bald nach Start der Online-Beteiligung stellte sich in Saalfeld jedoch Ernüchterung ein. Denn die Jugendlichen nutzten die Onlineplattform nur mäßig. Eine wirkliche Diskussion kam selten auf, vor allem schauten viele Jugendliche nach einem ersten Besuch meist kein zweites Mal vorbei.

Verbindung von Online- und Offline als wichtiger Schlüssel für zielgruppengerechte Beteiligung

Die Erfahrungen aus den Modellkommunen in youthpart #lokal zeigen: Allein die Bereitstellung digitaler Tools reicht nicht, um Jugendliche an kommunalen Prozessen zu beteiligen. Die Notwendigkeit auf eine bislang unbekannte Internet-Plattform zu gehen, kann gerade für beteiligungsunerfahrene Jugendliche eine große Hürde darstellen – vor allem, wenn man der oder die Erste ist, bevor die eigenen Freunde nachziehen. Um möglichst viele und unterschiedliche Jugendliche zu erreichen, empfiehlt es sich daher, eine Vielfalt unterschiedlicher Beteiligungsformate anzubieten und On- und Offline-Methoden eng miteinander zu verzahnen. Damit dies gelingt und Jugendliche nicht nur punktuell im Internet, sondern verlässlich auch darüber hinaus an kommunalen Entscheidungen beteiligt werden, braucht es Ressourcen für die Begleitung des Jugendbeteiligungsprozesses, ein tragfähiges Netzwerk aus Politik, Verwaltung und pädagogischer Praxis sowie pädagogisches Know-how.

140523cp0059So wie in Saalfeld: Hier werden die Jugendlichen jetzt eingeladen, sich in Ortsbegehungen ein konkretes Bild der zu gestaltenden Flächen zu machen. Im persönlichen Kontakt können sie Fragen stellen, Ideen entwickeln und andere Engagierte sowie Entscheider aus Kommunalpolitik und Verwaltung kennenlernen – eine wichtige Grundlage, um später online weiter zu diskutieren. Und auch die Online-Instrumente selbst gestalten die Jugendlichen zukünftig mit. „Erwachsene denken einfach zu oft, dass sie Kinder und Jugendliche an die Hand nehmen und führen müssen“, erzählt Tobias Reimann, Schüler aus Saalfeld, „aber echte Beteiligung kann nur funktionieren, wenn der Prozess von unten nach oben verläuft“.

Was Kommunen dafür tun können, dass Jugendbeteiligung vor Ort „funktioniert“, sowie weitere Tipps, Infos und Erfahrungen aus der Praxis finden sich im Leitfaden „Kommunale Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“ (unter www.dkjs.de/themen/alle-programme/youthpart-lokal-kommunale-jugendbeteiligung/).

youthpart #lokal – kommunale Jugendbeteiligung ist eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gemeinsam mit IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

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Barcamps als Dialog-Werkzeug

Mann lässt Ipad fliegenEin Schlagwort darf in der Debatte rund um Politikverdrossenheit heute nicht mehr fehlen, nämlich das Wort Bürgerbeteiligung. Partizipation ist natürlich nicht nur bei Erwachsenen wichtig, sondern auch bei Jugendlichen. Bestehende Partizipationsverfahren, wie Offenlegungen, sind allerdings recht formal und beinhalten keinerlei Dialog-Element. Der Input wird also nur gesammelt, aber nicht öffentlich diskutiert. Kommt dies schon bei Erwachsenen nicht so gut an, ist dies bei Jugendlichen ein weit größeres Problem.

Wichtig ist also eine moderne Form der Beteiligung, die nicht nur in Form einer starren Konsultation daherkommt, sondern eher in Dialogform verläuft. Dies bedeutet aber auch, dass alle Beteiligten − also Politik, Bürger/Jugendliche und Verwaltung − direkt miteinander sprechen sollten. Und dies geht, trotz aller Technik, immer noch am besten offline.

Als Veranstaltungsform haben sich dabei schon seit Jahren Barcamps bewährt. Dies sind so genannte Unkonferenzen, bei denen es kein geplantes Programm gibt, sondern nur ein Raster bestehend aus Räumen und Zeiten. Das Programm wird durch die Teilnehmenden selbst zu Beginn des Tages erstellt, indem jeder eine Session vorschlagen kann. Dies muss dabei kein Vortrag sein, sondern kann auch einfach eine Diskussion sein, was ja einem Dialog eher entgegenkommt. So manch einer, der vor einem Barcamp eher skeptisch war, war nachher ein großer Fan dieser Veranstaltungsform.

Startseite der Barcamptools

Startseite der Barcamptools

Geht es um die Planung, Durchführung und Dokumentation eines Barcamps, lassen sich Online-Tools sinnvoll nutzen. Ein solches Tool ist das während des youthpart-Projekts entstandene Barcamptool Camper unter barcamptools.eu. Im Folgenden soll daher kurz beschrieben werden, was das Tool für die einzelnen Phasen eines Barcamps leisten kann.

Planungsphase

In der Planungsphase kann man das Barcamp auf Camper mit Veranstaltungsort, Logo, Datum, Sponsoren, Twitterwall usw. anlegen. Es werden außerdem zwei Etherpads (ein kollaborativer Online-Texteditor) angelegt. Eines ist nur intern für die Planung von den Barcamp-Organisatoren aufrufbar, das andere dient später zur Dokumentation. Weiterhin kann man definieren, wie viele Teilnehmende es maximal geben darf.

Anmeldephase

Die Anmeldephase beginnt, sobald das Barcamp öffentlich geschaltet und die Anmeldung explizit aktiviert wurde. Davor können sich interessierte Besucher nur als Interessenten eintragen. Nach Freischaltung gibt es dann die Möglichkeit, sich als Teilnehmer/in einzutragen, Sessions vorzuschlagen, zu bewerten oder zu kommentieren. So kann man schon im Vorfeld erkennen, wie groß das Interesse an welcher Session potentiell ist. Die Sessions sind allerdings nur Vorschläge, das eigentliche Programm wird, wie oben beschrieben, erst vor Ort von den Anwesenden erstellt.

AdministrationsoberflächeDurchführungsphase

Im Moment bietet Camper hier ein Dokumentations-Etherpad an, in dem Teilnehmende ihre sessionspezifischen Pads verlinken können. Zudem kann die verlinkte Twitterwall je nach System und Wunsch entweder eingebettet oder in einem separaten Browsertab angezeigt werden. In diesem Bereich ist für die Zukunft allerdings noch mehr geplant, wie z.B. die automatische Erstellung eines Etherpads für jede Session.

Dokumentationsphase

Ist das Barcamp zu Ende, spielt die Dokumentation die Hauptrolle. Dazu dient das schon oben beschriebene Dokumentationspad, später sollen jedoch auch die automatisch erstellten Pads pro Session exportiert und statisch zur Verfügung gestellt werden.
Wer generell mehr über die Organisation eines Barcamps wissen will, kann zudem den ebenfalls im Rahmen des youthpart-Projekts entstandenen Leitfaden zu Jugendbarcamps zu Rate ziehen.

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